Der Gasverbrauch in einem Ein-Personen-Haushalt kann je nach Wohnsituation und Heizverhalten stark variieren. Besonders in den letzten Jahren waren die Kosten für Gas unberechenbar, was viele Verbraucher dazu veranlasst, nach Alternativen zu suchen. Beispielsweise bietet der Wechsel zu einer Wärmepumpe Möglichkeiten zur Verbrauchsreduzierung und zum Heizen ohne fossile Brennstoffe.
Wie hoch ist der durchschnittliche Gasverbrauch einer Person, welche Faktoren spielen eine Rolle und wie lassen sich sowohl die Kosten als auch der Verbrauch langfristig senken? Mehr dazu in diesem Artikel.
Wie hoch ist der durchschnittliche Gasverbrauch einer Person?
Ein-Personen-Haushalte in kleinen Wohnungen verbrauchen durchschnittlich ca. 4.000 bis 14.000 kWh Gas pro Jahr. Dabei sind für eine Person 600 bis 1.000 kWh für den Gasverbrauchs für Warmwasser einberechnet. Der Gasverbrauch hängt von verschiedenen Faktoren ab, die sowohl die Heizkosten als auch den Energiebedarf beeinflussen. Die folgende Tabelle gibt den durchschnittlichen Gasverbrauch pro Jahr nach Wohnungsgröße an.
Wohnsituation |
Gasverbrauch pro Jahr |
Kleine Wohnung (ca. 30 m²) |
ca. 4.000 kWh |
Mittelgroße Wohnung (ca. 50 m²) |
ca. 7.000 kWh |
Große Wohnung (ca. 80 m²) |
ca. 10.000 kWh |
Sehr große Wohnung (ca. 100 m²) |
ca. 14.000 kWh |
Älteres Einfamilienhaus (ca. 150 m², unsaniert) |
ca. 23.000 kWh |
Faustregel: Je schlechter die Dämmung und je größer die Wohnfläche, desto höher der Gasverbrauch. Über unseren Online-Rechner kann die eigene Heizlastberechnung ganz einfach selbst ermittelt werden: Heizlastberechnung
Gaskosten für einen Ein-Personen-Haushalt 2024
Die Heizkosten für einen Ein-Personen-Haushalt hängen direkt vom individuellen Gasverbrauch und den aktuellen Gaspreisen ab. Da die Preise in den letzten Jahren stark gestiegen sind, lohnt sich ein Blick auf die Kostenentwicklung und eine Prognose für die kommenden Jahre.
Aktuelle Gaskosten pro Jahr
Laut der Gaspreisanalyse Dezember 2024 des BDEW liegt der Gaspreis bei ca. 11 Cent pro kWh (Quelle: BDEW Gaspreisanalyse). Der Gaspreis wird mit dem Gasverbrauch pro Jahr multipliziert. Daraus ergeben sich bei 11 Cent pro kWh folgende jährliche Kosten:
Wohnsituation |
Gasverbrauch pro Jahr |
Kosten pro Jahr |
Kleine Wohnung (ca. 30 m²) |
ca. 4.000 kWh |
440 € |
Mittelgroße Wohnung (ca. 50 m²) |
ca. 7.000 kWh |
770 € |
Große Wohnung (ca. 80 m²) |
ca. 10.000 kWh |
1.100 € |
Sehr große Wohnung (ca. 100 m²) |
ca. 14.000 kWh |
1.540 € |
Älteres Einfamilienhaus (ca. 150 m², unsaniert) |
ca. 23.000 kWh |
2.530 € |
Warum steigen die Gaskosten auch in Zukunft noch?
Die Gaspreise sind in den letzten Jahren massiv gestiegen – und trotz kurzfristiger Rückgänge bleibt das Preisniveau hoch.
Der Hauptgrund für die hohen Preise sind vor allem die CO₂-Abgaben. Der CO₂-Preis wird in den kommenden Jahren weiter steigen und Gas langfristig noch teurer machen. In 2025 ist die CO₂-Steuer erneut gestiegen: auf 55 € pro Tonne. Auch in 2026 wird sie erneut steigen.
Auch geopolitische Unsicherheiten, Gasimporte und das schrittweise Ende der fossilen Energieträger in Deutschland sind für die steigenden Gaspreise verantwortlich. Früher oder später wird Gas immer weniger genutzt – daher passen viele Energieversorger jetzt schon ihre Tarife an – das bedeutet in Zukunft höhere Grundpreise und Netzentgelte. Ein Wechsel auf erneuerbare Energien kann daher sinnvoll sein. Mehr dazu hier: Gaspreisentwicklung
Selbst wenn die Preise kurzfristig schwanken, bleibt Gas eine langfristig teure Heizform – und das macht Alternativen wie die Wärmepumpe immer attraktiver.
Wie lässt sich der Gasverbrauch senken?
Neben der Wohnfläche gibt es weitere Faktoren, die den Gasverbrauch in einem Ein-Personen-Haushalt beeinflussen. Wer diese Faktoren optimiert, kann seinen Verbrauch deutlich senken und langfristig Heizkosten sparen.
Gebäudedämmung & Baujahr: Wie viel Wärme entweicht?
- Altbau ohne Sanierung: Durch dünne Wände entsteht ein hoher Wärmeverlust. Einfach verglaste Fenster und schlechte Dämmung verstärken dies.
- Sanierter Altbau: Sanierte Wohnungen haben bessere Wärmedämmung, jedoch oft noch ein höherer Verbrauch als Neubauten.
- Neubau mit modernen Standards: Dank hochwertiger Dämmung, dreifach verglasten Fenstern und effizienter Heiztechnik, ist der Gasverbrauch deutlich niedriger.
Tipp:
- Dichtungen an Fenstern und Türen erneuern, um Zugluft zu verhindern.
- Nachträgliche Fassadendämmung installieren, um den Wärmeverlust zu minimieren.
Heizverhalten: Jedes Grad zählt!
- Wer kontinuierlich auf 23 °C heizt, verbraucht deutlich mehr als jemand, der nur auf 20 °C oder weniger heizt.
- Dauerhaft gekippte Fenster führen zu hohem Wärmeverlust.
Tipp:
- Laut der Energieberatung der Verbraucherzentrale lassen sich durch eine Nachtabsenkung oder das Abschalten der Heizung in ungenutzten Räumen bis zu 12 % Heizenergie sparen
- Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart laut Verbraucherzentrale außerdem etwa 6 % Heizkosten.
- Regelmäßiges Stoßlüften anstelle von gekippten Fenstern.
- Heizkörper nicht mit Möbeln oder Vorhängen verdecken – das reduziert die Heizleistung.
Art der Gasheizung: Wie effizient ist die Heizung?
- Alte Heizkessel (15+ Jahre alt) verbrauchen deutlich mehr Gas als moderne Brennwertheizungen.
- Moderne Gas-Brennwerttechnik nutzt die Abwärme effizient und spart deutlich mehr Energie.
Tipp:
- Regelmäßige Wartung der Heizungsanlage verhindert unnötigen Mehrverbrauch.
- Der Einbau smarter Thermostate kann helfen, den Verbrauch zu tracken und zu senken.
Warmwasser: Bewusster Wasserverbrauch spart Heizkosten!
- Eine durchschnittliche Person verbraucht ca. 30 - 60 Liter Warmwasser pro Tag.
- Ein Durchlauferhitzer benötigt oft mehr Energie als eine zentrale Warmwasserbereitung über die Heizung.
Tipp:
- Duschen statt Baden kann den Gasverbrauch sogar um bis zu 50 % senken.
- Sparduschköpfe und Durchflussbegrenzer reduzieren den Warmwasserverbrauch ohne Komfortverlust.
Bessere Alternative zur Gasheizung: Die Wärmepumpe
Selbst mit den besten Sparmaßnahmen bleibt eine Tatsache bestehen: Gas bleibt teuer und wird langfristig immer teurer. Die beste Möglichkeit, sich von steigenden Heizkosten zu befreien, ist der Umstieg auf eine Wärmepumpe. Wärmepumpen nutzen Umweltenergie aus Luft, Wasser oder Erde und ist damit günstiger und nachhaltiger.
Folgend sind die wichtigsten Vorteile einer Wärmepumpe zusammengefasst:
- Unabhängigkeit von Öl & Gas: Fossile Energieträger unterliegen starken Preisschwankungen und werden aufgrund der CO₂-Steuer langfristig nur noch teurer.
- Beste Effizienz: Wärmepumpen machen aus einer Kilowattstunde Strom drei bis fünf Kilowattstunden Wärmeenergie. Damit sind sie drei bis fünf Mal effizienter als Öl- und Gasheizungen!
- Hohe Förderung: Die Bundesregierung setzt voll auf Wärmepumpen, deshalb kann man aktuell von einer Wärmepumpe Förderung von bis zu 70 % profitieren.
- Traumkombination: Viele Hausbesitzer haben bereits eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und erzeugen damit ihren eigenen Strom. Dieser Strom lässt sich auch für die Traumkombination Wärmepumpe mit Photovoltaik einsetzen.
- Umweltfreundlich heizen: Eine Wärmepumpe ist deutlich klimafreundlicher als eine fossile Heizung - der CO₂-Ausstoß ist nur halb so groß.
Ob sich eine Wärmepumpe auch für Ihr Haus lohnt, finden Sie hier heraus: