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Gasverbrauch 4 Personen

Gasverbrauch im 4-Personen-Haushalt: Kosten und Spar-Tipps

Aktualisiert:
06.03.2025
Lesezeit:
4 Minuten

Artikelname: Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht je nach Wohnsituation durchschnittlich 11.000 - 19.000 kWh Gas pro Jahr.
  • Bei einem Gaspreis von 11 Cent pro kWh liegen die Gaskosten somit zwischen 1.210 und 2.090 € im Jahr.
  • Dämmung, Heizverhalten und Art der Gasheizung sind die größten Stellschrauben für Einsparungen.
  • Durch Maßnahmen wie temperaturbewusstes Heizen, effizientes Lüften und Warmwassersparen lässt sich der Verbrauch deutlich senken.
  • Die Gaspreise sind in den letzten Jahren stark gestiegen – und werden durch steigende CO₂-Abgaben langfristig weiter anziehen.
  • Alternativ zur Gasheizung können mit einer Wärmepumpe bis zu 30 % der Heizkosten eingespart werden.

Der Gasverbrauch in einem Vier-Personen-Haushalt ist naturgemäß höher als in kleineren Haushalten, da neben der Heizlast auch der Warmwasserverbrauch deutlich steigt. Vor allem in größeren Wohnflächen oder schlecht gedämmten Gebäuden kann der Energiebedarf schnell ansteigen. Gleichzeitig sind die Gaskosten in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, was viele Haushalte dazu bewegt, Einsparmöglichkeiten zu prüfen oder auf alternative Heiztechnologien umzusteigen.

Dieser Artikel gibt einen Überblick darüber, wie hoch der durchschnittliche Gasverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts ist, welche Faktoren ihn beeinflussen und wie sich sowohl Verbrauch als auch Heizkosten effektiv senken lassen.

Wie hoch ist der durchschnittliche Gasverbrauch einer Person?

Der Gasverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts liegt in der Regel zwischen 11.000 und 19.000 kWh pro Jahr. Die tatsächliche Höhe des Verbrauchs hängt jedoch stark von der Wohnfläche, der Gebäudedämmung und dem individuellen Heizverhalten ab. Neben der Heizlast steigt auch der Warmwasserverbrauch: Pro Person werden 600 bis 1.000 kWh des Gasverbrauchs für Warmwasser genutzt. Bei einem 4-Personenhaushalt sind im Gasverbrauch anteilig also 4.000 kWh für Warmwasser einberechnet.

Wohnsituation Gasverbrauch pro Jahr
Mittelgroße Wohnung (ca. 60 m²) ca. 11.000 kWh
Große Wohnung (ca. 80 m²) ca. 13.000 kWh
Sehr große Wohnung (ca. 100 m²) ca. 17.000 kWh
Familienwohnung (ca. 120 m²) ca. 19.000 kWh
Älteres Einfamilienhaus (ca. 150 m², unsaniert) ca. 26.000 kWh

Faustregel: Je schlechter die Dämmung und je größer die Wohnfläche, desto höher der Gasverbrauch. Über unseren Online-Rechner kann die eigene Heizlastberechnung ganz einfach selbst ermittelt werden: Heizlastberechnung

Gaskosten für einen Ein-Personen-Haushalt 2024

Die Heizkosten für einen Vier-Personen-Haushalt hängen direkt vom individuellen Gasverbrauch und den aktuellen Gaspreisen ab. Da die Preise in den letzten Jahren stark gestiegen sind, lohnt sich ein Blick auf die Kostenentwicklung und eine Prognose für die kommenden Jahre.

Aktuelle Gaskosten pro Jahr

Laut der Gaspreisanalyse Dezember 2024 des BDEW liegt der Gaspreis bei ca. 11 Cent pro kWh (Quelle: BDEW Gaspreisanalyse). Der Gaspreis wird mit dem Gasverbrauch pro Jahr multipliziert. Daraus ergeben sich bei 11 Cent pro kWh folgende jährliche Kosten:

Wohnsituation Gasverbrauch pro Jahr Kosten pro Jahr
Mittelgroße Wohnung (ca. 50 m²) ca. 11.000 kWh 1.210 €
Große Wohnung (ca. 80 m²) ca. 13.000 kWh 1.430 €
Sehr große Wohnung (ca. 100 m²) ca. 17.000 kWh 1.870 €
Familienwohnung (ca. 120 m²) ca. 19.000 kWh 2.090 €
Älteres Einfamilienhaus (ca. 150 m², unsaniert) ca. 26.000 kWh 2.860 €

Warum steigen die Gaskosten auch in Zukunft noch?

Die Gaspreise sind in den letzten Jahren massiv gestiegen – und trotz kurzfristiger Rückgänge bleibt das Preisniveau hoch.

Der Hauptgrund für die hohen Preise sind vor allem die CO₂-Abgaben. Der CO₂-Preis wird in den kommenden Jahren weiter steigen und Gas langfristig noch teurer machen. In 2025 ist die CO₂-Steuer erneut gestiegen: auf 55 € pro Tonne. Auch in 2026 wird sie erneut steigen. 

Auch geopolitische Unsicherheiten, Gasimporte und das schrittweise Ende der fossilen Energieträger in Deutschland sind für die steigenden Gaspreise verantwortlich. Früher oder später wird Gas immer weniger genutzt - daher passen viele Energieversorger jetzt schon ihre Tarife an – das bedeutet in Zukunft höhere Grundpreise und Netzentgelte. Ein Wechsel auf erneuerbare Energien kann daher sinnvoll sein. Mehr dazu hier: Gaspreisentwicklung

Selbst wenn die Preise kurzfristig schwanken, bleibt Gas eine langfristig teure Heizform – und das macht Alternativen wie die Wärmepumpe immer attraktiver.

Wie lässt sich der Gasverbrauch senken?

Neben der Wohnfläche gibt es weitere Faktoren, die den Gasverbrauch in einem Vier-Personen-Haushalt beeinflussen. Wer diese Faktoren optimiert, kann seinen Verbrauch deutlich senken und langfristig Heizkosten sparen.

Gebäudedämmung & Baujahr: Wie viel Wärme entweicht?

  • Altbau ohne Sanierung: Durch dünne Wände entsteht ein hoher Wärmeverlust. Einfach verglaste Fenster und schlechte Dämmung verstärken dies.
  • Sanierter Altbau: Sanierte Wohnungen haben bessere Wärmedämmung, jedoch oft noch ein höherer Verbrauch als Neubauten.
  • Neubau mit modernen Standards: Dank hochwertiger Dämmung, dreifach verglasten Fenstern und effizienter Heiztechnik, ist der Gasverbrauch deutlich niedriger.

Tipp:

  • Dichtungen an Fenstern und Türen erneuern, um Zugluft zu verhindern.
  • Nachträgliche Fassadendämmung installieren, um den Wärmeverlust zu minimieren.

Heizverhalten: Jedes Grad zählt!

  • Wer kontinuierlich auf 23 °C heizt, verbraucht deutlich mehr als jemand, der nur auf 20 °C oder weniger heizt.
  • Dauerhaft gekippte Fenster führen zu hohem Wärmeverlust.

Tipp:

  • Laut der Energieberatung der Verbraucherzentrale lassen sich durch eine Nachtabsenkung oder das Abschalten der Heizung in ungenutzten Räumen bis zu 12 % Heizenergie sparen
  • Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart laut Verbraucherzentrale außerdem etwa 6 % Heizkosten.
  • Regelmäßiges Stoßlüften anstelle von gekippten Fenstern.
  • Heizkörper nicht mit Möbeln oder Vorhängen verdecken – das reduziert die Heizleistung.

Art der Gasheizung: Wie effizient ist die Heizung?

  • Alte Heizkessel (15+ Jahre alt) verbrauchen deutlich mehr Gas als moderne Brennwertheizungen.
  • Moderne Gas-Brennwerttechnik nutzt die Abwärme effizient und spart deutlich mehr Energie.

Tipp:

  • Regelmäßige Wartung der Heizungsanlage verhindert unnötigen Mehrverbrauch.
  • Der Einbau smarter Thermostate kann helfen den Verbrauch zu tracken und zu senken.

Warmwasser: Bewusster Wasserverbrauch spart Heizkosten!

  • Eine durchschnittliche Person verbraucht ca. 30 - 60 Liter Warmwasser pro Tag.
  • Ein Durchlauferhitzer benötigt oft mehr Energie als eine zentrale Warmwasserbereitung über die Heizung.

Tipp:

  • Duschen statt Baden kann den Gasverbrauch sogar um bis zu 50 % senken.
  • Sparduschköpfe und Durchflussbegrenzer reduzieren den Warmwasserverbrauch ohne Komfortverlust.

Bessere Alternative zur Gasheizung: Die Wärmepumpe

Selbst mit den besten Sparmaßnahmen bleibt eine Tatsache bestehen: Gas bleibt teuer und wird langfristig immer teurer. Die beste Möglichkeit, sich von steigenden Heizkosten zu befreien, ist der Umstieg auf eine Wärmepumpe. Wärmepumpen nutzen Umweltenergie aus Luft, Wasser oder Erde und ist damit günstiger und nachhaltiger.

Folgend sind die wichtigsten Vorteile einer Wärmepumpe zusammengefasst:

  1. Unabhängigkeit von Öl & Gas: Fossile Energieträger unterliegen starken Preisschwankungen und werden aufgrund der CO2-Steuer langfristig nur noch teurer.
  2. Beste Effizienz: Wärmepumpen machen aus einer Kilowattstunde Strom drei bis fünf Kilowattstunden Wärmeenergie. Damit sind sie drei bis fünf Mal effizienter als Öl- und Gasheizungen!
  3. Hohe Förderung: Die Bundesregierung setzt voll auf Wärmepumpen, deshalb kann man aktuell von einer Wärmepumpe Förderung von bis zu 70 % profitieren.
  4. Traumkombination: Viele Hausbesitzer haben bereits eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und erzeugen damit ihren eigenen Strom. Dieser Strom lässt sich auch für die Traumkombination Wärmepumpe mit Photovoltaik einsetzen.
  5. Umweltfreundlich heizen: Eine Wärmepumpe ist deutlich klimafreundlicher als eine fossile Heizung - der CO2-Ausstoß ist nur halb so groß.

Ob sich eine Wärmepumpe auch für Ihr Haus lohnt, finden Sie hier heraus:

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